Grandiose Aufholjagd

U20 - DNL-News

11.03.2013 10:2411.03.2013 10:24 | geschrieben von Manuel Weis

Grandiose Aufholjagd

ESVK erkämpft sich viertes Play-Off-Spiel in Berlin

Noch ist nichts entschieden im Play-Off-Viertelfinale der Deutschen Nachwuchs Liga (DNL) oder wie Kaufbeurens Trainer Juha Nokelainen sagt: „Das Hawaii-Hemd und die Sonnenbrille bleiben im Schrank". Ob der ESV Kaufbeuren oder die Eisbären Juniors Berlin ins Halbfinale einziehen, wird sich erst am kommenden Wochenende entscheiden. Nachdem Kaufbeuren am vergangenen Mittwoch in Berlin 2:4 verloren hatte, standen nun in Füssen die Spiele zwei und drei an. Die Berliner scheuten keine Kosten, reisten schon am Freitag ins Allgäu, legten am Spielort noch einmal eine Trainingseinheit ein – und zeigten zwei starke Auftritte. Das Samstags-Spiel gewann Berlin nach zwischenzeitlicher 4:1-Führung sehr knapp mit 5:4, am Sonntag setzte sich Kaufbeuren 4:3 durch. Am Samstag erwischten die Hauptstädter den besseren Start, führten nach 27 Minuten deutlich mit 3:0. Auffälligster Akteur auf dem Eis war Berlins Stürmer Ziegler, der drei Tore schoss und eins vorbereitete. Ab der 30. Minute begann aber Kaufbeurens Aufholjagd. „Unsere Mannschaft hat eine unglaubliche Moral. Wir haben uns in diese Serie wirklich reingebissen", lobte Co-Trainer Bruno Müller. Der ESVK spielte gutes Play-Off-Eishockey, aber kein fehlerfreies. Eigentlich wäre das Spiel zu gewinnen gewesen, jedoch sammelte die Nokelainen-Truppe 64 Strafminuten, darunter drei Zehn-Minuten-Strafen wegen Motzens. Vor allem in der Schlussphase war die Kühlbox stets zu gut besetzt. „Ich muss da meine Mannschaft nicht darauf hinweisen, sie wissen alle selbst, dass das nicht gut ist", sagte Nokelainen. Während Müller zahlreiche Strafen als schlicht „dumm" bezeichnete, argumentierte Nokelainen mit einer gewissen Frustration, die für ihn aber in Ordnung gehe. Die Eisbären bewiesen ihre Stärke im Überzahlspiel. Fünf der acht Treffer erzielten sie am Wochenende in numerischer Überzahl. Auch am Sonntag fand Kaufbeuren wieder schwer ins Spiel, Berlin lag mit 2:0 in Führung, es dauerte bis zur 37. Minute ehe Kaufbeurens Wenter den Anschlusstreffer erzielte. Vor allem im Schlussabschnitt sahen 172 Zuschauer eine unglaubliche Willensleistung der Nachwuchs-Joker. Eisenschmid, Neuzugang Scharr und Detsch drehten das Spiel innerhalb von neun Minuten. 100 Sekunden vor Schluss lag der ESVK erstmals in dieser Serie in Führung und gewann somit das dritte Spiel. „In den Play-Offs gibt es nur schwarz oder weiß, wer mehr blockt und beißt, der kommt weiter." Auffallend war am Sonntag die wirklich äußerst schwache Leistung der vier Schiedsrichter, die nach dem 4:3-Führungstreffer der Kaufbeurer überhaupt kein Fingerspitzengefühl bewiesen, zwei kleinliche Strafzeiten gegen Kaufbeuren aussprachen und somit eine Sechs-gegen-Drei-Überzahlsituation für Berlin schufen.

Entschieden wird die Serie nun am kommenden Wochenende in Berlin -und darauf freuen sich schon alle Beteiligten. „Das ist jetzt richtiges Play-Off-Eishockey – auf dem Eis haben sich richtige Duelle entwickelt. Da wird es teilweise schon persönlich", grinste Nokelainen. Kaufbeuren braucht für ein mögliches Halbfinale zwei Siege, Berlin nur einen.

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